Ein Erfahrungsbericht einer Schulklasse aus einem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum

Für drei Tage durften wir unser Schullandheim an einem ganz besonderen Ort verbringen: in der Familienherberge Lebensweg. Schon Wochen vorher hatten unsere Erzieherinnen mit uns über die Reise gesprochen. Im Morgenkreis überlegten wir gemeinsam, was wir mitnehmen müssen, und packten probeweise unsere Koffer. So wussten wir schon ein wenig, was uns erwartet, und die Vorfreude wurde von Tag zu Tag größer.

Unser Aufenthalt war eine Ausnahme. Normalerweise ist die Familienherberge Lebensweg ein Urlaubs- und Rückzugsort für Familien mit schwerstkranken und/oder behinderten Kindern. Während unseres Schullandheims wohnten wir ausschließlich im Familienbereich und durften die Räume und Freizeitangebote im Haus nutzen. Die Betreuung und Pflege übernahmen während der gesamten Reise unsere eigenen Erzieherinnen und Betreuerinnen.

Herzlich willkommen in der Familienherberge

Als wir ankamen, wurden wir vom Team der Familienherberge sehr herzlich begrüßt. Alle waren freundlich und gaben uns sofort das Gefühl, willkommen zu sein. Danach durften wir unsere Familienzimmer beziehen.

Die Zimmer waren groß, gemütlich, liebevoll eingerichtet und barrierefrei. Besonders begeistert waren wir von den Badezimmern. Sie gefielen uns so gut, dass am liebsten alle sofort duschen gegangen wären.

Nachdem wir unsere Sachen ausgepackt hatten, machten wir uns auf den Weg, um die Familienherberge zu erkunden. Während unseres Aufenthalts waren auch Familien mit ihren Kindern zu Gast. Das fanden wir besonders schön, denn so konnten wir andere Kinder kennenlernen und gemeinsam mit ihnen spielen.

Unser erster Nachmittag auf dem Spielplatz

Das Wetter meinte es am ersten Tag gut mit uns. Deshalb führte uns unser Weg direkt nach draußen auf den Spielplatz der Familienherberge. Dort gab es jede Menge zu entdecken: verschiedene Spielgeräte, spannende Sinnesstationen und viel Platz zum gemeinsamen Spielen. Besonders gut gefielen uns das Klangspiel aus Holz, das Windspiel, das große Holzwand-Memory und natürlich das Trampolin, das direkt in den Boden eingelassen ist.

Wir probierten alles aus, hörten den unterschiedlichen Klängen zu, sprangen auf dem Trampolin und hatten so viel Spaß, dass die Zeit wie im Flug verging. Nach der vielen Bewegung an der frischen Luft hatten wir am Abend großen Hunger. Für unsere Klasse war im Speiseraum ein großer Tisch vorbereitet worden, an dem wir alle zusammensitzen konnten. Das gemeinsame Abendessen war richtig gemütlich. Am Buffet gab es eine große Auswahl, sodass für jeden etwas dabei war. Danach entdeckten wir das Spielzimmer. Dort warteten so viele Spielsachen auf uns, dass wir am liebsten gar nicht mehr aufgehört hätten zu spielen. An diesem ersten Tag fehlte es uns wirklich an nichts. Später gingen wir gemeinsam auf unsere Zimmer. Wir schliefen dort fast wie eine kleine Familie. Nach dem aufregenden Tag waren wir müde, glücklich und fühlten uns rundum wohl.

 

Tiere, Düfte und eine leckere Überraschung

Am nächsten Morgen erwartete uns ein großes Frühstücksbuffet. Wir konnten in Ruhe auswählen, was wir essen wollten, und uns für den bevorstehenden Tag stärken. Auch beim Frühstück und während der anderen Mahlzeiten begegneten uns die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer freundlich. Sie sprachen mit uns, hörten zu und nahmen sich Zeit. Wir merkten schnell, dass ihnen das Wohl aller Gäste sehr am Herzen liegt.

Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Sinnesweg rund um die Familienherberge. Dort gab es wieder viel zu sehen, zu hören und zu riechen. Wir beobachteten die lustigen Hühner, bestaunten die großen Pferde und schnupperten an der Duftstation. Der Spaziergang war abwechslungsreich und für jeden von uns gab es etwas zu entdecken. Zurück im Haus wartete schon die nächste Überraschung auf uns: Das Küchenteam hatte zum Mittagessen Pommes vorbereitet. Darüber freuten wir uns natürlich riesig.

 

Auch bei Regen gab es viel zu erleben

Nach einer kurzen Pause auf unseren Zimmern wurde das Wetter schlechter, immer wieder regnete es. Langweilig wurde uns deshalb aber noch lange nicht, denn auch im Haus gab es zahlreiche Möglichkeiten zum Spielen, Bewegen und Entspannen. Im Bewegungsraum konnten wir bauen, spielen und toben. Besonders viel Spaß machten uns die Fahrzeuge, mit denen wir über die Flure fahren durften. In der Kreativwerkstatt bastelten wir schöne Karten und konnten unserer Fantasie freien Lauf lassen.

Ein Raum beeindruckte uns ganz besonders: der multisensorische Raum, den viele auch als Snoezelraum kennen. Dort leuchteten bunte Lichter, eine Wassersäule blubberte vor sich hin und im Bällebad konnten wir es uns gemütlich machen. Auch das Wasserbett war ein besonderes Erlebnis. Auf einer großen Leinwand sahen wir Fische und andere Meerestiere. Dazu hörten wir passende Geräusche und Musik. Die Atmosphäre war ruhig und wunderschön. Nach all den aufregenden Erlebnissen konnten wir hier zur Ruhe kommen und entspannen.

Ein Bad mit Licht und Musik

Eine weitere Besonderheit war die Sensorik-Badewanne im Pflegebad. Das Team der Familienherberge hatte uns angeboten, sie während unseres Aufenthalts auszuprobieren. Die Badewanne leuchtete in verschiedenen Farben und spielte beruhigende Musik. Das Wasser, die Lichter und die Klänge machten das Baden zu einem außergewöhnlichen Erlebnis. Wir hatten große Freude daran und werden diesen Moment bestimmt noch lange in Erinnerung behalten.

Nach dem Abendessen durften wir es uns im Fernsehzimmer gemütlich machen und gemeinsam etwas anschauen. Anschließend gingen wir müde, aber glücklich ins Bett. Hinter uns lag ein Tag voller Bewegung, neuer Eindrücke und besonderer Erlebnisse.

Viel zu schnell hieß es Abschied nehmen

Leider vergingen unsere drei Tage in der Familienherberge viel zu schnell. Am letzten Morgen genossen wir noch einmal das leckere Frühstück. Danach mussten wir unsere Koffer packen und die Zimmer aufräumen. Ein letztes Mal fuhren wir gemeinsam mit dem Aufzug. Dann verabschiedeten wir uns vom Team der Familienherberge, stiegen in unseren Bus und machten uns auf den Heimweg.

Wir möchten uns von Herzen bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Familienherberge Lebensweg bedanken. Ihr habt uns mit so viel Freundlichkeit und Herzlichkeit empfangen und dafür gesorgt, dass wir uns vom ersten Moment an wohlfühlen konnten. Die barrierefreien Zimmer, der besondere Spielplatz, die vielen Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten und die liebevolle Atmosphäre haben unser Schullandheim für uns zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht.

Für uns steht deshalb fest: Wir kommen sehr gerne wieder!

Melanie Heck, Lehrerin, im Namen der gesamten Klasse

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